Gegen die Machtlosigkeit in Ungarns Autofabriken

Gegen die Machtlosigkeit in Ungarns Autofabriken

Reportage Im Niedriglohnland Ungarn, wohin es die deutsche Autoindustrie und ihre Zulieferer zieht, haben die IG Metall und die ungarische Gewerkschaft Vasas 2016 ein Pilotprojekt mit zwei Beratungsbüros gestartet.

„Wir möchten Sie darüber informieren, dass der Intercity aus Wien nach Budapest 15 Minuten Verspätung hat und bedauern dies.“ Diese Durchsage ertönt – in perfektem Deutsch – im Bahnhof der westungarischen Stadt Győr, wo auf der Anzeigentafel auch die Wörter „Zeit“, „Bahnsteig“ und „Zug“ stehen. Das hat mit der Nähe zur österreichischen Grenze zu tun – Wien ist nur 120 Kilometer entfernt – und ist eine angenehme Überraschung für viele deutsche Geschäftsreisende, die in Győr aussteigen. Davon gibt es immer mehr, ihr Ziel ist meist das zweitgrößte Unternehmen Ungarns, dessen Markenzeichen vier ineinandergreifende Ringe sind: Audi.

Bald nach der „Wende“, 1993, gründete die VW-Tochter in der 130.000-Einwohner-Stadt ein Unternehmen, das inzwischen als das weltweit größte Motorenwerk gilt: Bis heute wurden in Győr mehr als 30 Millionen Motoren für Audi und VW gebaut, rollten seit 2013 mehr als eine Million Audi-Modelle vom Band. Fast 12.000 Menschen arbeiten inzwischen bei Audi Hungaria, es gibt eine „Audi Aréna“ in Győr, an der Uni gründete der Autobauer eine Fakultät für Fahrzeugtechnik, er sponsert das städtische Orchester und betreibt eine Schule für Mitarbeiterkinder. Rechnet man die Zulieferer und Dienstleister hinzu, die Audi hierher folgten, sind im Auto-Cluster Győr rund 20.000 Menschen beschäftigt. Audi in Győr und in Ungarn – das ist eine Macht, abzulesen an vielen Pressefotos, die Ministerpräsident Orbán mit Audi- und VW-Vorständen zeigen, bei Grundsteinlegungen, Werkseröffnungen, im Parlament.

Audi-Beschäftigte verdienen 400 bis 800 Euro

Marika Varga von der IG Metall Vorstandsverwaltung, Bereich Transnationale Gewerkschaftspolitik, hat eine andere Perspektive, die sich aufdrängt, wenn man auf die Mitarbeiter-Parkplätze von Audi in Győr blickt. „Die wenigsten Beschäftigten können sich einen neuen Audi leisten“, sagt Varga, „bei Monatslöhnen von 400 bis 800 Euro brutto ist das aber auch nicht überraschend.“ Die niedrigen Löhne in Győr mögen die Preise für Kunden in Westeuropa und den USA niedrig halten, für Audi-Mitarbeiter in Ingolstadt und Neckarsulm sind sie ein ständiges Druckmittel, dass sich andernorts günstiger produzieren lässt.

Die Arbeiter, die in Györ den Audi TT montieren, verdienen nur ein Viertel dessen, was deutsche Arbeitnehmer bekommen. (Foto: Audi Ungarn)

Dass ein Mitarbeiter in Ungarn seinen deutschen Arbeitgeber inklusive aller Abgaben nur rund ein Viertel dessen kostet, was für einen Beschäftigten im 400 Kilometer entfernten Deutschland anfällt, ist aber nur ein Grund dafür, dass Audi, Daimler, Opel und viele hundert andere deutsche Unternehmen Produktionsstätten in Ungarn errichtet haben. „Das Land entwickelt sich zunehmend zum Testlabor für die deutsche Autoindustrie“, kritisiert IG Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Lemb. Getestet werden intransparente Entgeltsysteme und belastende Arbeitszeitmodelle (z.B. 12-Stunden-Schichten), die in Deutschland sofort Betriebsräte und Gewerkschaften auf den Plan rufen würden und kaum durchsetzbar wären. In Ungarn jedoch, wo Arbeitnehmervertreter schwache Rechte haben, der Organisationsgrad gering ist und es bei vielen Zulieferern und Dienstleistern überhaupt keine Gewerkschaften und Betriebsräte gibt, nutzen die Unternehmen ihre Freiräume ungeniert. „Der Kostendruck wird oft an die Zulieferer weitergereicht, es wird Arbeit ausgelagert, um Gewinnmargen zu steigern, und es wird mit Verlagerung ins Ausland gedroht“, sagt Wolfgang Lemb. „Das alles kann eine Abwärtsspirale in Gang setzen, die erreichte Standards in Deutschland gefährdet.“

Angedacht waren Wochenarbeitszeiten bis 72 Stunden

Hinzu kommt, dass die Unternehmen „oft üppige Steuernachlässe oder Fördermittel bekommen und einen Zugang zur Regierung haben, der vom Feinsten ist“, weiß Marika Varga, die fließend ungarisch spricht. Seit 2012 gab es massive Eingriffe ins Streik- und Arbeitsrecht, ein sozialer Dialog zwischen Regierung, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden findet nach Einschätzung der IG Metall kaum noch statt. Und erst in diesem Frühjahr, so berichtet Varga, sollte ein neues Arbeitszeitgesetz die Flexibilität der Unternehmen massiv erweitern (u.a. durch eine Wochenarbeitszeit mit bis zu 72 Stunden). „Nach einem Aufschrei in den Medien wurde der Testballon wieder eingefangen“, so Varga, „aber irgendwann wird er wieder aufsteigen.“

IG-Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Lemb kritisiert das starke Lohngefälle innerhalb Europas. (Foto: Michael Schinke)

Gegen die Gefahr weiter sinkender Standards durch die globalen Wertschöpfungsketten der deutschen Autobauer setzen die IG Metall und die ungarische Metallgewerkschaft Vasas nun ihrerseits grenzüberschreitende „Interessenvertretungsketten für Arbeitnehmer“: Anfang 2016 starteten sie gemeinsam die Transnationale Partnerschaftsinitiative (TPI) und eröffneten ein Projektbüro in Győr; diese Bildungs- und Beratungseinrichtung unterstützt die Betriebsgewerkschaften und Betriebräte von Vasas dabei, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Beteiligung der Arbeitnehmervertretungen insbesondere an den Standorten deutscher Autobauer und ihrer Zulieferer zu erkämpfen. Arbeitsplätze und Standards in den deutschen Werken sind langfristig nur sicher, wenn auch in den ausländischen Werken die Arbeits- und Einkommensbedingungen verbessert werden“, sagt Wolfgang Lemb. „Wir zeigen da Präsenz, wohin die Konzerne ausweichen, um mit niedrigen Löhnen und Sozialstandards den maximalen Profit einzustreichen.“

Arbeitsplätze und Standards in den deutschen Werken sind langfristig nur sicher, wenn auch in den ausländischen Werken die Arbeits- und Einkommensbedingungen verbessert werden. (…)
Wolfgang Lemb, Vorstandsmitglied der IG Metall

„Working Class Heroes“ steht auf einem Aufkleber an der Tür des TPI-Büros im ersten Stock des Gewerkschaftshauses in Győr. Im Büro steht Gewerkschaftssekretär Michael Lichel, 48, ein Bär von einem Mann, Pferdeschwanz, Dreitagebart. Von Lichel gibt es ein spektakuläres Foto in einer IGM-Dokumentation über „Erschließungsarbeit und Organizing“, es zeigt ihn 2011, wie er mit Helm, Handschuhen und knatternder IGM-Fahne in den Händen auf der Gondel eines Windrads steht, hoch überm weiten Land. Das Foto taugt heute als Symbol- und Kampagnenbild für erfolgreiches Organizing in der einst unerschlossenen Windindustrie. Lichels neues Betätigungsfeld sind jetzt die Auto-Cluster in Győr und in der 200 Kilometer entfernten Stadt Kecskemét, wo sich 2012 Daimler mit seinem ersten europäischen Mercedes- Pkw-Werk außerhalb Deutschlands niederließ – und wo die TPI Anfang 2017 ihr zweites Projektbüro eröffnete.

IG Metall vermittelt das ABC des Organizing

An einem Tag Ende Juli steht Michael Lichel im Seminarraum des TPI-Büros in Győr neben einem Flipchart, darauf steht „Organizing Special“. Vor ihm im Stuhlkreis acht Mitarbeiter eines Audi-Zulieferers, es sind Schicht- und Gruppenleiter, eine Frau arbeitet in der Lagerverwaltung, einer ist Teamorganisator. Sie sind Mitglieder bei Vasas und erzählen von mageren Löhnen und viel zu vielen Überstunden, davon, dass immer wieder Kollegen nach Österreich oder Deutschland abwandern, weil sie dort als Kellner oder Erntehelfer mehr verdienen. Einer berichtet, dass er abgemahnt und seine Jahresprämie kassiert wurde, weil er in einer Raucherzone, die nicht zu seinem Arbeitsbereich gehört, Kollegen auf die Gewerkschaft ansprach. Sie wollen mehr Mitsprache, planbare Arbeitszeiten, bessere Löhne, und sie wissen, dass sie dafür mehr Mitstreiter brauchen. Aber wie neue Kollegen gewinnen? Wegen der Vergangenheit im kommunistischen Ungarn haben die Gewerkschaften nicht den besten Ruf, erst in jüngerer Zeit bessert sich ihr Image.


VERANSTALTUNG

Am 6. September findet in Berlin die Veranstaltung „Osteuropa und die Gewerkschaften Industrielle Beziehungen, rechtliche Entwicklungen, Gewerkschaftspolitik und Organisierung“ statt. Es handelt sich um eine Kooperation von UNI Europa, dem europäischen Gewerkschaftsinstitut ETUI, der Friedrich-Ebert-Stiftung, industriAll Europe und der IG Metall, mit Unterstützung durch den European Workers Participation Fund.



Michael Lichel erzählt von den Erfolgen in der deutschen Windbranche und dass er gelernter Industriemechaniker ist. Dann verwendet er ein Bild, das alle verstehen: „Wenn die Kanten einer Schraube abgerundet sind und der Schraubenschlüssel nicht mehr greift, muss man ein anderes Werkzeug nehmen – eine Flex, eine Zange, einen Hammer. Wir wollen Euch zeigen, welche Werkzeuge es gibt, um erfolgreich zu sein.“ Dann breitet er während des folgenden zweitägigen Seminars und im Doppelpass mit seinem ungarischen TPI-Kollegen Richárd Gede von Vasas, der fließend deutsch spricht und schon Blitz-Aktionen in deutschen Betrieben begleitet hat, die Werkzeuge vor ihnen aus: Betriebslandskarten, die zeigen, wo wieviele Kollegen arbeiten, wo sie häufig kommunizieren und wer schon Gewerkschaftsmitglied ist; ein Rating der Belegschaft, das erhellt, welche Kollegen offen für eine Ansprache sind, welche als Wortführer gelten und schon einmal ihre Unzufriedenheit geäußert und Verbesserungen eingefordert haben; Fragetechniken, Eins-zu-eins-Gespräche, Aktivenkreis, Kampagnenpläne…. Und immer wieder betonen Lichel und Gede, dass Vertrauensleute beteiligungsorientiert arbeiten müssen: „Ihr könnt Probleme nicht stellvertretend für die Kollegen lösen wie ein Dienstleister, Ihr müsst sie aktivieren.“

Wo Gewerkschafter ausgegrenzt werden

Dabei erweist sich der Dortmunder Lichel als einer, der glaubwürdig für „gute Stimmung“ wirbt, es müsse Spaß machen, predigt er gut gelaunt. Als ein Kollege von Vasas erzählt, dass bei einem Zulieferer partout kein Mitarbeiter mit ihm reden wolle, auch weil die Betriebsleitung jeden Kontakt blockiere, macht ihm Lichel Mut: „Und wenn Du nur fünf oder auch nur zwei Handynummern von gesprächsbereiten Kollegen bekommst, könnt ihr da bald eine schöne Aktion machen.“ Einem anderen, der berichtet, dass sie bei einer Flugblattaktion vor dem Werkstor von acht Sicherheitsleuten beobachtet wurden, wo sonst nur einer steht, erwidert Lichel: „Das ist doch eine gutes Zeichen: Das Unternehmen nimmt Euch offensichtlich ernst. Ihr seid auf dem richtigen Weg.“

Michael Lichel schult die ungarischen Kollegen. Sie wollen mehr Mitsprache, planbare Arbeitszeiten, bessere Löhne. (Foto: Zsolt Andorka)

Tatsächlich spricht manches dafür, dass sich die Situation der Arbeitnehmer in Ungarn verbessern kann – wenn sie sich zusammenschließen. „Der erste Warnschuss ist gefallen“, titelte die Budapester Zeitung Anfang 2016 nach dem ersten Warnstreik in der Branche nach der Wende in Ungarn beim Zulieferer Autoliv. Die Stimmung in dem Unternehmen, „wo die Schichten an Hochsommertagen nicht selten bei 40 Grad Celsius am Band absolviert werden müssen“, sei „dermaßen aufgeheizt, dass die Gewerkschaft spontan zum Mittel des Warnstreiks griff“, schrieb die Zeitung und bilanzierte: „Zu niedrige Löhne und schlechte Arbeitsumstände haben mitunter auch in Ungarn Nebenwirkungen.“

Die Gewerkschaft erstritt unter anderem eine bis zu zehnprozentige Lohnsteigerung. Auch bei Audi in Győr drohte damals ein Streik, der in letzter Minute durch einen Tarifabschluss abgewendet wurde. Und im Mercedes-Werk in Kecskemét südlich von Budapest, wo rund 4000 Beschäftigte arbeiten, erkämpfte Vasas durch einen Kurzstreik einen Zuwachs beim Grundlohn von jeweils 10 Prozent für 2017 und 2018, dazu weitere Verbesserungen, die das Lohnplus auf 26 Prozent innerhalb von zwei Jahren erhöhen. Die TPI-Projektbüros begleiteten die Lohnrunden mit den notwendigen Bildungsmaßnahmen und sorgten dafür, dass die deutschen Kollegen über die Arbeitskämpfe in Ungarn informiert wurden.

Die Folge schlechter Arbeit: Arbeitskräftemangel

Das sind beachtliche Erfolge für die Beschäftigten, doch das Niveau, von dem aus sie starteten, ist erschreckend tief – so tief, dass selbst Fachkräfte und Akademiker scharenweise ins europäische Ausland abwandern, weil sie dort besser verdienen. Der Arbeitskräftemangel bereite den Unternehmen „sehr ernste Sorgen“, schrieb 2017 die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer. In manchen Unternehmen komme es „bereits zu Einschränkungen im laufenden Betrieb“, längerfristig seien Investitionspläne gefährdet. Die Regierung hat deshalb 2017 den Mindestlohn für unqualifizierte Arbeitskräfte um 15 Prozent heraufgesetzt, für qualifizierte gar um 25 Prozent: Damit liegt er jetzt allerdings bei nur 2,35 Euro pro Stunde.

Gleichzeitig wurden die Arbeitgeber bei den Sozialabgaben und Steuern massiv entlastet. Kurioserweise ließ sich bereits 2013 der damalige Audi-Werksleiter in der Zeitung mit dem Satz zitieren, Ungarn sei kein „Niedriglohnland“, woanders seien die Lohnkosten deutlich geringer. Inzwischen überlegt die Regierung, die abwandernden Arbeitnehmer durch Gastarbeiter aus Ländern wie Weißrußland, Ukraine oder Serbien zu ersetzen.

Ständig muss sich das Privatleben nach der Arbeit richten, man kann kaum planen. (…)
Patrik Kovács, bis vor wenigen Monaten Instandhalter bei Mercedes in Kecskemét

Im zweiten TPI-Büro am Daimler-Standort Kecskemét sitzt Patrik Kovács, der bis vor wenigen Monaten als Instandhalter bei Mercedes arbeitete. In dem Werk arbeiten rund 4000 Beschäftigte, weitere 2500 sollen hinzukommen, wenn der Konzern bis zum Ende dieses Jahrzehnts rund eine Milliarde Euro in ein zweites Werk investiert hat – es soll durch vernetzte digitale Produktionssysteme höchst flexibel sehr unterschiedliche Fahrzeuge mit Front- und Heckantrieb produzieren können, Daimler spricht von einer „wandelbaren Fabrik“. Er habe die Arbeit dort gerne gemacht, sagt Patrik Kovács, der Arbeitsplatz sei sicher gewesen – einerseits. Andererseits: der ständige Wechsel zwischen drei Schichten, die Arbeit an Samstagen und Sonntagen, die vielen Überstunden. „Ständig muss sich das Privatleben nach der Arbeit richten, man kann kaum planen“, was für Kovács besonders belastend war, weil er nebenher ein Abendstudium absolviert.

Und dann habe ein Personaler auch noch gesagt, er sehe abends am Werkstor nur lächelnde Mitarbeiter in den Feierabend gehen, das sei doch der Beweis, dass alles bestens sei im Werk. Also wechselte Vasas-Mitglied Kovács für zwei Jahre ins TPI-Büro. „Für die Arbeitnehmer in Ungarn gibt es viel zu verbessern“, meint Kovács – bei Daimler, und noch viel mehr bei den Zulieferern, um die sich der 29-Jährige jetzt vor allem kümmert.

Neben Kovács und TPI-Geschäftsführer Lichel sind seit Februar nach und nach drei weitere Mitarbeiter zum Team gestoßen, einer von ihnen, András Isán kommt von der Vasas; und für zwei Monate kam im Sommer die erfahrene IGM-Organizerin Susanne Nagel aus Frankfurt dazu. Sie bauen Strukturen auf, knüpfen Kontakte zu Vertrauensleuten in den Betrieben, halten Workshops, entwickeln Pläne für die systematische Ansprache neuer Mitglieder, machen Betriebe ausfindig für Blitzaaktionen. „Die 26 Prozent bei Mercedes waren ein großer Erfolg – für die Mitarbeiter, aber auch für die Wahrnehmung der Gewerkschaften“, sagt Vasas-Vizepräsident Zoltán László, „die Firmen rechnen jetzt mit uns.“

Aufmacherfoto: Zsolt Andorka


KOOPERATION AUCH MIT DER UAW

In den USA unterhält die IG Metall einen weiteren Standort der Transnationalen Partnerschaftsinitiative (TPI). In Spring Hill, Tennessee, hat sie mit der Schwestergewerkschaft United Auto Workers (UAW) das Transatlantic Labor Institute (TLI) ins Leben gerufen, das seit Frühjahr 2016 tätig ist. In einem Gebäude der UAW hat TLI-Direktor Carsten Hübner die Aufgabe, die Vernetzung und Bildung von Gewerkschaftern bei US-Töchtern deutscher Mutterunternehmen im Süden der USA zu fördern. Das Institut begleitet außerdem die Organisierungsvorhaben der UAW in diesem meist stark gewerkschaftsfeindlichen Umfeld. Der wichtigste Erfolg ist bisher die Etablierung eines kooperativen Dialogs zwischen der UAW, dem US-Management, dem deutschen Eigner und der IG Metall in Deutschland zur Anerkennung der gewerkschaftlichen Vertretung beim Automobilzulieferer Kirchhoff, der mit mehreren Betrieben in verschiedenen US-Bundesstaaten vertreten ist.


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