Ich warte Mobilfunkanlagen auf der Zugspitze

Ich warte Mobilfunkanlagen auf der Zugspitze

Mein Arbeitsplatz Matthias Sailer, 44, ist Industriemeister Elektrotechnik bei der Telekom. Er hat 1989 damals noch bei der Deutschen Bundespost Kommunikationselektroniker gelernt und arbeitet heute als Servicetechniker für den Mobilfunk.

Wenn auf der Zugspitze gutes Wetter ist, habe ich einen atemberaubenden Ausblick auf mein ganzes Einsatzgebiet. Es reicht von Füssen bis Miesbach, von der Grenze zu Österreich im Süden bis vor die Tore Münchens. Für alle Mobilfunkanlagen, die auf diesen 100 Quadratkilometern stehen, bin ich zuständig. Und dazu gehört eben auch die Zugspitze. Mit seinen 2962 Metern ist der höchste Berg Deutschlands ein wichtiger Mobilfunkstandort und der höchstgelegene Arbeitsplatz, den mein Arbeitgeber, die Deutsche Telekom, zu bieten hat.

Rund 50 Meter unter dem Gipfel liegt die Sendemastanlage mit diversen Mobilfunkdiensten. Die Technik ist heute glücklicherweise sehr stabil, aber bei den harten Witterungsbedingungen, bleiben Funktionsstörungen nicht aus, die ich bei jeden Wetter – auch bei extremer Hitze, Kälte und bei Sturm – beheben muss. Sicherheit ist bei dieser Arbeit oberstes Gebot. Deshalb arbeiten wir bei Reparaturen an den Masten immer mit mindestens zwei Technikern. Alles andere erledige ich in meinem Einsatzgebiet alleine.

Matthias Sailer (li.) und der Kollege Helmut Angerer bei Montagearbeiten auf dem Antennenmast.

Die Arbeitsaufträge schickt mir das zentrale Netzmanagement-Center in Bonn direkt per App auf mein Handy. Dabei wird auch die Priorität festgelegt, in der ich die Störungen bearbeiten muss. Da bin ich mit dem Auto auch mal schnell 100 Kilometer in einer Richtung unterwegs. Ich arbeite gerne im Außendienst. Trotzdem fehlt mir der soziale Kontakt zu den Arbeitskollegen. Früher trafen wir uns morgens zu Arbeitsbeginn im Betriebsbüro. Heute beschränkt sich mein Kontakt auf eine wöchentliche Telefonkonferenz mit den Kollegen und eine monatliche Teambesprechung. Eigentlich sehe ich den ganzen Tag niemanden.

Spaß macht mir meine Arbeit allein da draußen im Freien trotzdem.  Da gilt: Es gibt kein richtiges oder falsches Wetter, nur die falsche Kleidung. Jetzt im  Frühjahr ist meine liebste Jahreszeit. Das Wetter ist schon angenehm und die Tagestemperaturen sind nicht zu hoch.

Fotos: Werner Bachmeier

Aus unserer aktuellen Ausgabe

Wie die Mafia in Süditalien Flüchtlinge ausbeutet

Reportage 9 Minuten lesedauer